Wie in allen Wüsten ist auch auf der Sinai das Wasser rar, ein kostbares Element und absolut lebensnotwendig. In den Küstenorten wird mit hohem Energieaufwand - und zwar meist mit Hilfe fossiler Energieträger und nicht etwa mit Sonnenenergie - Meerwasser entsalzt, damit die Touristen in ihren Ressorts im Süsswasser schwimmen können, zu jeder Tages- und Nachtzeit duschen können und damit der in einem "schönen" Touristenort unbedingt notwendige englische Rasen prächtig und fleckenlos gedeihen kann. Der sorgsame Umgang mit dem wertvollen Gut Wasser scheint auf der Sinai der Vergangenheit anzugehören. Nur die wenigen Beduinen, die wirklich noch abseits der Touristenstädte leben, wissen den Wert des Wassers zu schätzen. Sie freuen sich, wenn es einmal regnet, und sie wissen genau, wie lange nach einem Regen in irgendeiner Senke noch Wasser zu finden ist. Natürlich wird das Wissen um die versteckten Brunnen und Quellen an die nächsten Generationen noch weiter gegeben. Dennoch sieht es so aus, als gehe dieses lebenswichtige Wissen so allmählich verloren. Wie soll auch ein junger Beduine noch die Wasserstellen seines Heimatwadis kennen, wenn er schon als 10 - 12-Jähriger zum Arbeiten in eine der Städte ziehen muss. Nur die Alten und die Frauen und Mädchen werden noch eine Weile wissen, wo sich zu welcher Jahreszeit gutes Trinkwasser finden läßt. Diese Bildergalerie ist dem Wasser auf der Sinai gewidmet, denn das Wasser hat zusammen mit dem Wind die Landschaft dieser Wüste gestaltet.

















